Geschichtenerzählen ist Balsam für die Seele. Wenn Erzähler und Zuhörer sich mit dem Geschichtenhelden identifizieren, erleben sie dessen Sorgen und Ängste, aber sie erleben auch gemeinsam die Lösungen seiner Probleme. Deshalb ist mein großes Ziel, auch Kinder zum eigenen mündlichen Geschichtenerzählen zu bringen. Leider höre ich sehr oft: „Ich kann keine Geschichte erzählen! „ oder „Ich weiß keine Geschichte. Meine Antwort lautet dann: „Lasst uns eine Geschichte erfinden und bauen!“ Wir, die Kinder und ich erfinden mit meinem Geschichtenbaukasten( siehe Buch "Geschichtenerfinderwerkstatt") eigene Geschichten, d.h. mit dem Geschichtenbauplan und, wenn sie gebraucht wird, mit der Geschichtenbausteinkiste. Wir erfinden gemeinsam, spielerisch Abschnitt für Abschnitt, für die Kinder unmerklich, aber trotzdem wirkungsvoll, der archaischen Geschichtengrammatik folgend. Jedem Kind, dem wir helfen diese Geschichtengrammatik in seinem Unterbewusstsein zu verankern, helfen wir auf seinem Weg in die Sprache, in die Schule, in den Beruf. Wir beginnen, indem wir einen märchenhaften Ort, eine märchenhafte, eine fantastische Welt erschaffen. Wir finden unseren Geschichtenhelden, statten ihn mit Eigenschaften, Wünschen, Zielen und einem aktiven Bedürfnis aus und schicken ihn auf seine Heldenreise. Er ist unsere Identifikationsfigur, mit ihm teilen wir Freude und Leid. Die Kinder bringen ihre Fantasie ein, sie erfinden, sie fragen, sie beantworten Fragen. Sie denken nach über Motive und Gefühle und das Wichtigste für mich - sie erzählen, sie lernen Gedanken, Freude und auch Sorgen in Sprache zu verpacken. Die Kinder produzieren Sprache, finden Worte, sie kommen zu Wort. Wenn die Zeit reicht, malen, zeichnen, basteln wir die einzelnen Geschichtenabschnitte, gestalten deren wichtigste Inhalte, um anschließend die selbst erfundene Geschichte bildgestützt mündlich zu erzählen. Machbar mit einem Kind 1:1 bis zu Gruppen von 25 Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren.
Für größere Kinder und Jugendliche, ab 12, habe ich einen modifizierten Geschichtenbauplan entwickelt, mit dem es gelingt eigene Erlebnisse in erzählbare "Geschichten" zu übersetzen. Was ist eine Geschichte? :-)
Eine Reportage über eine Geschichtenerfinderwerkstatt finden Sie unter Downloads
Aus dem Programm: Weiterbildungen zur Fachpädagogin (IBE) S.15: Weiterbildung zur Fachpädagogin (IBE) für künstlerischen Ausdruck und ästhetische Bildung. "Die Welt der Realität hat ihre Grenzen; die Welt der Phantasie ist grenzenlos" (Rousseau). Kinder sind Künstler. Kinder lieben die Welt der Phantasie und der Magie. Kinder wollen ihre Kreativität entfalten, ihrer Persönlichkeit eine Stimme, einen Ausdruck, ein Bild geben. Kinder brauchen Erwachsene, die sensibel und kompetent mit ihrem Schaffenswillen und ihrer Schaffenskraft umgehen. Die Fachpädagogin für künstlerischen Ausdruck und ästhetische Bildung wird befähigt, den/die Künstler/in im Kind zu entdecken, der kindlichen Kunst Raum zu geben, sie zu fördern und zu vernetzen. Die Weiterbildung gibt ihnen einen Überblick über verschiedene Kulturtechniken und ihren Einsatz in der pädagogischen Arbeit. Sie werden ermutigt die Künstlerin in sich selbst zu entdecken und zu kultivieren, und diesen Schatz an die Kinder weiter zu geben.
Und ich, Helga Gruschka, darf mit meiner "Geschichtenerfinderwerkstatt" die Fachpädagoginnen (IBE) 2 Tage lang auf diesem 14 Tage dauernden Weg begleiten :-)
Im Krankenhaus
Wenn wir, das Kind und ich, im Krankenhaus Geschichten erfinden, geht das Kind auf eine Reise, eine Reise in seine Fantasie und vergißt für eine Stunde Krankheit und Sorgenund zum Schluss hat es eine eigene, selbst erfundene Geschichte zum Weitererzählen.
In der Schule
Sprachförderung mit Geschichten Erzählen,Erfinden und Erleben von Geschichten tragen zur Sprachkompetenz erheblich bei.Im Dialog erschließen wir die Welt und lernen uns und Andere zu verstehen. Sprache wird spielerisch erworben, verstanden und weiter entwickelt.
Im Kindergarten Auch im Kindergarten erfinde ich mit den Kindern Geschichten und bringe die Kinder zum Erzählen ihrer eigenen Geschichten. Bei noch geschichtenunerfahrenen Kindern beginne ich mit dem Erfinden von Reihengeschichten. Wenn ich aber die Gelegenheit bekomme kontinuierlich mit ihnen zu arbeiten, schaffe ich es, mindestens die Vorschulkinder, auch auf den Weg zu bringen, mit großer Freude echte Geschichten (dem archaischen Weg der mthylogischen Struktur folgend) zu erfinden und zu erzählen.
Geschichtenerfinderwerkstatt gegen Gewalt Oberste Grundregel beim Erfinden von Geschichten: Keine Gewalt, keine Schusswaffen, keine Toten. Gegner müssen zwar überwunden werden, das gehört zur Geschichte, aber Konflikte werden mit Kreativität, Mut und Schlauheit gelöst. Kinder lernen dabei, über die Sinnlosigkeit von Gewalt nachzudenken und darüber zu reden.
Geschichtenwerkstatt auf Rädern! Ich komme zu Ihnen mit meinem Geschichtenbaukasten! Geschichtenerfinderwerkstätten für Kinder von 5 - 10 in Gruppen bis zu 20 Kindern, Vorschulkinder im Kindergarten, Grundschüler, Kinder im Hort oder in Freizeitstätten, Kindergesellschaften usw. Rufen Sie mich an: 089/671770
Unser Buch, "Geschichtenerfinderwerkstatt" Helga Gruschka und Sylvia Englert schrieben es gemeinsam, gibt Ihnen Anleitungen zum Erzählen und Erfinden. Viele Geschichten und Praxisbeispiele!
Und hier eine Geschichte, die ein neunjähriger kranker Junge mit mir am 9.März 2007 entwickelte und erzählte und die ich dann zu Hause für das Kind als Erinnerung aufgeschrieben habe:
Der fliegende Delphin.
Dort in dem Land, von dem wir alle träumen, im Märchenland, gab es einen Strand.
Sand, Sonne, Tiere und viele Kinder gab es natürlich da, aber auch einen großen Fisch, der sprechen konnte und Stefan, Stefan, den Delphin.
Stefan war ein Märchendelphin. Er konnte im Wasser schwimmen und mit seiner Zaubermuschel spielen, mit der allen seinen Freunden Wünsche erfüllen konnte, nur seine eigenen nicht, und er konnte sich mit seinem Freund dem Fisch tummeln und unterhalten. Und Stefan konnte sich auch ein wenig zwar nur, aber ein wenig am Strand bewegen und mit den Kindern lachen, reden und spielen.
Weil er aber auf seinen kleinen Stummelflossen nur mühsam hoppeln und hüpfen konnte, beschloss er eines Tages, er wollte fliegen lernen. Er würde zu dem Zauberer im Märchenwald gehen und den bitten, seine kleinen Stummelflossen zu Flügeln wachsen zu lassen und dann wollte er, Stefan schon fliegen lernen.
Noch nie vorher war Stefan woanders als an seinem Strand gewesen, er Stefan, der Delphin. Er dachte nach und machte einen Plan. Seine Zaubermuschel würde er auf alle Fälle mitnehmen und er würde den fliegenden Elefanten bitten, ihn zum Zauberwald zu bringen. Der fliegende Elefant wäre stark genug, ihn den Delphin zu tragen.
Stefan rief deshalb den fliegenden Elefanten herbei: „Du!“ sagte er, „ich muß dringend zum Zauberer im Märchenwald! Ich will fliegen lernen. Bitte bringst du mich dort hin?“
Der Elefant aber sagte: „Nein! Das kannst du nicht machen! Was wird dein Freund der Fisch sagen, er ist bestimmt dagegen, er will dich bei sich im Wasser behalten und ich kann ihn gut verstehen!“
Stefan schaute den Elefant traurig an. Er wollte doch so gerne in den Märchenwald, ja er mußte unbedingt zum Zauberer. Wollte der Elefant nicht, oder gönnte er Stefan das Fliegen nicht. Oder? Stefan mußte sich das Einverständnis des Fischs holen, dann würde der Elefant schon wollen.
Also ließ sich Stefan, der Delphin ins Wasser plumpsen und suchte seinen Freund den Fisch. „Du“, sagte er zu ihm, „ich muß unbedingt fliegen lernen!“ und bevor der Fisch hätte nein sagen können, fügte er hinzu: „Und du? Dir zaubere ich mit meiner Muschel eine Höhle, in der du nachts endlich ruhig und sicher schlafen kannst. Willst du?“
Der Fisch war begeistert und der Elefant hatte nun keine Ausrede mehr, die Reise ging los. Über Felder, Wiesen, Häuser und See bis zu dem großen Wald, dem Märchenwald. Stefan, der Delphin und der Elefant landeten auf der Wiese vor dem Wald, wo ein großes Tor den Zugang zum Märchenwald verschloss. Doch es öffnete sich, ging weit auf und Stefan hoppelte auf seinen Stummelflossen in den Wald. „Du kannst schon wieder heim fliegen!“ rief er dem Elefant noch zu, „ich komme nach!“
Kaum drinnen im Wald, kam ihm schon der Zauberer entgegen. Freundlich schaute er Stefan an und fragte ihn, was er wollte.
Stefan sagte: „Bite, Zauberer, lass mir Flügel wachsen! Wenn ich schon mit den Kindern nicht herumrennen kann, dann will ich wenigstens um sie herum fliegen können!“
Der Zauberer ließ Stefans Flossen zu großen durchsichtigen Flügeln wachsen.
Vorsichtig bewegte Stefan die Flügel und schon hob er sich vom Boden ab, er konnte fliegen.
„Vielen, vielen Dank Zauberer!“
Schnell flog Stefan zu seinem Strand zurück.
Staunend empfingen ihn die Tiere und die Kinder und sein Freund der Fisch.
„Jetzt halte auch dein Versprechen, zaubere mir eine Höhle!“sagte er.
Im Handumdrehen, noch während sich die Kinder wunderten, wie schnell er seine Flügel zusammenfalten und wieder schimmen konnte, zauberte Stefan eine Höhle für seinen Freund, den Fisch.
Nun war Stefan, der Delphin glücklich, er konnte schwimmen und mit seinem Freund, dem Fisch, spielen und er konnte um die Kinder herum fliegen.
Ich glaube, dass alle Tiere und alle Kinder jetzt zusammen ein schönes Leben am Märchenstrand hatten